...wird bei Funktionsstörungen und Fehlentwicklungen angewendet und ist ein ärztlich verordnetes Heilmittel. Zur Wiederherstellung aller Funktionen werden verschiedene Behandlungstechniken und Bewegungsformen aus dem Alltag eingesetzt. Zu Heilzwecken wird die Eigenaktivität des Patienten geschult und gefördert. Zur therapeutischen Unterstützung werden physikalische Maßnahmen – z.B. Elektrotherapie, Wärme, Eis – sowie passive Maßnahmen – wie z.B. Massage, Lymphdrainage – ergänzend eingesetzt.
Die Propriorezeptive Neuromuskuläre Fazilitation ist ein aktives physiotherapeutisches Behandlungskonzept, das die Förderung ( Fazilitation=Erleichterung) des physiologischen Zusammenspiels der neuromuskulären Verbindungen durch spezifische Reizung der Propio- und Exterorezeptoren zum Ziel hat. Das Konzept wurde seit 1946 von Dr. Kabat und der Physiotherapeutin Margaret Knott in den USA entwickelt. Es basiert auf beschriebenen Erkenntnissen der Neurophysiologie und der Beobachtung normaler Bewegungsabläufe. Propriorezeptoren werden durch Dehnung, Druck, Zug und Widerstand stimuliert. In der Übungsbehandlung finden dazu komplexe dreidimensionale Bewegungsmuster in sinnvollen Muskelkettenverläufen Anwendung. Im Mittelpunkt der Behandlung steht das Erfahren und Erlernen koordinierter, ökonomischer und funktioneller Bewegungsabläufe.
Manuelle Therapie ist eine Untersuchungs- und Behandlungstechnik, die sich mit dem Auffinden und Behandeln von Funktionsstörungen am Bewegungsapparat befasst. Die Untersuchung erfolgt im Anschluss an die klinische Diagnostik und hat das Ziel, betroffene Gewebestrukturen zu erkennen, die Aktualität der Schädigung über die Gewebsirritation zu bestimmen sowie die Ursache der Beschwerden aufzufinden. Diese liegt häufig in einem Missverhältnis zwischen Belastbarkeit und Belastung. Die Manuelle Therapie soll dieses Problem beheben und das physiologische Zusammenspiel zwischen Gelenken, Muskeln und neuralen Strukturen wieder herstellen. Dazu werden sowohl passive, mobilisierende Techniken durch den Therapeuten als auch aktive Übungen des Patienten zur Kräftigung und Stabilisation bzw. Eigenmobilisation zum Einsatz kommen. Der Patient erhält zusätzlich eine Anleitung zu Eigenübungen, welche die Arbeit des Manualtherapeuten unterstützten. (aus: www.ag-manuelle-therapie.de)
Das Massieren ist eine Jahrtausende alte Technik zur Vorbeugung und Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparats. Mit Hilfe bestimmter Massagetechniken können aber auch erkrankte innere Organe günstig beeinflusst werden. Eine ganz besondere Bedeutung hat die Massage heute im hektischen und von Stress geprägtem Alltag. Ihre ausgleichende, entspannende und harmonisierende Wirkung ist hier nicht zu unterschätzen. Mit regelmäßigen Massagen kann gleichfalls sich manifestierenden Erkrankungen vorgebeugt werden.
Die Klassische Massage wird eingesetzt zur:
Angewendet wird sie bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie z.B. Morbus Bechterew, Morbus Scheuermann, Lumbago, Arthrose, Schulter und Hüftgelenkschmerzen, Myalgien, zur Nachbehandlung von Muskelverletzungen. Auch prophylaktisch kann Massage angewendet werden, wie z.B. bei Leistungssportlern zur Vorbereitung der Muskulatur auf sehr starke muskuläre Belastung, zwischendurch zur Lockerung und Entkrampfung (Detonisierung) sowie nachher als Entmüdungsmassage.
Angebracht ist eine Massage auch bei Personen die ständig eine sehr einseitige Belastung haben oder sich in ungünstiger Haltung (Fehlhaltung, Fehlstatik) befinden. Hier kann man vorbeugend mit Massage behandeln um schwerwiegenden Erkrankungen vorzubeugen. Gegenanzeigen für eine Muskelmassage sind z.B. Entzündungen von Nerven (Neuralgien) und spezielle Muskelerkrankungen (Myopathien).
Dosierter, individuell angepasster Zug (Traktion) an Beinen, Armen oder Kopf dient der Entlastung und Schmerzlinderung der Wirbelsäule und ergänzt so weitere Therapieformen, wie z.B. Manuelle Therapie oder Krankengymnastik. Im Schlingentisch werden einzelne Körperteile oder auch der gesamte Körper in Schlingen gehängt. Dadurch werden – unter Abnahme der Körperschwere – Wirbelsäule und Gelenke entlastet. Schmerzhafte und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Gelenke können so gezielt und schonend therapiert werden. Durch Veränderung des Aufhängepunktes kann eine Bewegung zusätzlich erleichtert oder erschwert werden.
Unter manueller Lymphdrainage verstehen wir manuelles abdrainieren (Ab- und Weiterführung) der Gewebeflüssigkeit über die Lymphgefäße. Das Prinzip beruht im Gegensatz zur herkömmlichen Massage auf einer bestimmten Grifftechnik: Rhythmisch-kreisend-pumpende Griffe in einer festgelegten Reihenfolge mittels flachem Auflegen der Finger bzw. Hände bei fein dosiertem Druck werden gemäß dem entsprechendem Krankheitsbild angewandt. Bei der Bauchtiefdrainage wird auch unter Einbeziehung des Atemrhythmus in die Tiefe gearbeitet, so wie auch bei einigen Spezialgriffen z.B. am Adduktorenspalt (Muskelloge an der Oberschenkelinnenseite). Ansonsten wird überwiegend flächig gearbeitet. Ziel dieser Art Massage ist es, die Schwellung und Verklebung durch das gebildete Eiweiß zu beseitigen, eine Entstauung der betroffenen Körperregion (häufig der Arme oder Beine), Schmerzfreiheit und gegebenenfalls eine Neubildung von Lymphgefäßen an den Unterbrechungsstellen zu erreichen. (aus: Földi/Manuelle Lymphdrainage)
Die Funktionelle Bewegungslehre wurde von Frau Dr.Klein-Vogelbach, Physiotherapeutin in Basel/CH entwickelt. Die FBL Klein-Vogelbach ist ein Verfahren der unmittelbaren Bewegungsbeobachtung und ihrer Auswertung für die Therapie. Das Leitbild ist das normale Bewegungsverhalten des gesunden Menschen. Kann dieses Ziel nicht erreicht werden, sucht der Therapeut den bestmöglichen Kompromiss. Die funktionelle Bewegungstherapie erfolgt durch Anwendung von Behandlungstechniken und/oder durch Instruktion von Modellübungen, welche an den Patienten angepasst und ständig aktualisiert werden. Frau Klein-Vogelbach hat eine Vielzahl von therapeutischen Übungen entwickelt, mit deren Hilfe der Patient lernen kann, sein funktionelles Problem zu beheben und ein ökonomisches Bewegungsverhalten wiederzuerlangen. Dazu gehört selbstverständlich auch die Vermittlung von Alltagsbewegungen. Bekannt sind vor allem die Übungen mit dem Pezziball. Zu den Bewegungstechniken gehören die „hubfreie Mobilisation“, die „wiederlagernde Mobilisation der Gelenke“ und die „mobilisierende Massage“. So kann z.B. eine Funktionsstörung am Großzeh ein Hinken auslösen, das zu einer Überlastung anderer Partien des Körpers führt. Dadurch entstehen dann z.B. Schmerzen im Rücken. Wird die Ursache und damit auch das Hinken beseitigt, lässt auch der Schmerz im Rücken nach.